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Was sind Schlackenkegel? Vulkan-Wissen

Schlackenkegel sind meist kleine, steilwandige Vulkane, die sich aus ausgeworfenen Lavafragmenten rund um eine vulkanische Austrittsöffnung aufbauen. Während einer Eruption werden glühende Gesteinsstücke in die Luft geschleudert, kühlen ab und lagern sich um den Schlot ab. So wächst oft innerhalb kurzer geologischer Zeit ein kegelförmiger Vulkan mit einem Krater an seiner Spitze.

Schlackenkegel gehören zu den häufigsten vulkanischen Bauformen in vielen Vulkanfeldern. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe können ihre Ausbrüche gefährlich sein: Neben Schlacken und Asche können auch Lavaflüsse entstehen.

Schlackenkegel auf einen Blick

  • Entstehung: Anhäufung ausgeworfener, überwiegend schlackiger Lavafragmente um einen Schlot.
  • Material: Vor allem poröse Schlacken, Lapilli, vulkanische Bomben und Blöcke.
  • Form: Meist ein relativ steiler Kegel mit einem Gipfelkrater; die Form kann asymmetrisch sein.
  • Größe: Häufig etwa 50 bis 200 Meter hoch, vereinzelt deutlich höher.
  • Ausbruchsstil: Typischerweise strombolianisch, oft begleitet von Lavaflüssen.
  • Bekanntes Beispiel: Parícutin in Mexiko, entstanden während der Eruption von 1943 bis 1952.

Wie entsteht ein Schlackenkegel?

Die Bildung eines Schlackenkegels beginnt mit dem Aufstieg von Magma durch eine Spalte oder einen Schlot. In der Nähe der Erdoberfläche nimmt der Umgebungsdruck ab. Dadurch können gelöste Gase aus der Schmelze entweichen und Blasen bilden. Wenn Gasblasen platzen oder das Magma explosionsartig zerreißt, werden glühende Fragmente ausgeworfen.

Viele dieser Fragmente erstarren bereits während ihres Flugs teilweise oder vollständig. Sie fallen in der Umgebung der Öffnung nieder, sammeln sich an und bilden nach und nach den Kegel. Grobes Material landet oft nahe am Schlot, während feinere Asche vom Wind weitergetragen werden kann.

Strombolianische Eruptionen und Schlacken

Für Schlackenkegel sind strombolianische Eruptionen typisch: Wiederholte, meist kurzzeitige Explosionen schleudern glühende Lavafetzen, Lapilli und Bomben aus dem Schlot. Die ausgeworfenen Stücke besitzen häufig zahlreiche Gasblasenhohlräume. Dieses poröse vulkanische Material wird als Schlacke oder Scoria bezeichnet.

Nicht jeder Schlackenkegel entsteht jedoch auf dieselbe Weise. Stärke und Dauer der Eruption, Windrichtung, Geländeform und Eigenschaften des Magmas beeinflussen seine Gestalt. Treten Lavaflüsse seitlich aus, können sie den Kegel aufbrechen oder an seinem Fuß austreten.

Parícutin: Ein Vulkan entsteht auf einem Feld

Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Parícutin im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Am 20. Februar 1943 öffnete sich dort eine vulkanische Spalte auf landwirtschaftlich genutztem Gelände. Innerhalb kurzer Zeit wuchs ein sichtbarer Schlackenkegel heran. Die Eruption dauerte bis 1952 und brachte sowohl explosiv ausgeworfenes Material als auch Lavaflüsse hervor.

Mehr Tipp zum Lesen:  Der Aufbau des Vulkans im Inneren

Parícutin ist wissenschaftlich besonders bedeutsam, weil Menschen die Entstehung und Entwicklung eines neuen Vulkans von Beginn an beobachten und dokumentieren konnten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=jZgzGBn6cDE&pp=0gcJCfcAhR29_xXO

Aufbau und typische Merkmale eines Schlackenkegels

Schematische Darstellung des Aufbaus eines Schlackenkegels

Form, Größe und Hangneigung

Schlackenkegel besitzen meist eine annähernd kreisförmige Basis und einen trichterartigen Gipfelkrater. Ihre Flanken bestehen aus lose geschüttetem Material und sind deshalb oft relativ steil. Häufig liegen die Hangneigungen bei ungefähr 25 bis 38 Grad, wobei örtliche Abweichungen möglich sind.

Die meisten Schlackenkegel sind nur einige Dutzend bis wenige Hundert Meter hoch; einzelne Exemplare überschreiten 400 Meter. Solche Höhen beziehen sich auf den Kegel über seiner unmittelbaren Umgebung, nicht auf die Höhe des Gipfels über dem Meeresspiegel.

Schlacke, Lapilli und vulkanische Bomben

Die Ablagerungen bestehen aus verschieden großen Fragmenten. Lapilli sind Pyroklasten mit einem Durchmesser von 2 bis 64 Millimetern. Noch größere ausgeworfene Stücke heißen je nach Entstehung und Form vulkanische Bomben oder Blöcke. Kleinere Partikel werden als Vulkanasche bezeichnet.

Das Material ist häufig basaltisch bis basaltisch-andesitisch zusammengesetzt. Die einzelnen Schlackenstücke sind oft dunkel, rau und blasig. In Bereichen mit besonders heißem Auswurf können Lavafetzen beim Aufprall miteinander verschweißen.

Merkmal Typisch für Schlackenkegel
Hauptmaterial Schlackige, oft poröse Pyroklasten
Krater Häufig ein deutlicher Gipfelkrater
Hangneigung Oft etwa 25–38 Grad
Höhe über der Umgebung Häufig etwa 50–200 Meter, teils höher
Typische Eruptionsart Strombolianisch, teils mit Lavaflüssen
Vorkommen Häufig in Vulkanfeldern und an Flanken größerer Vulkane

Was geschieht nach dem Ende der Eruption?

Viele Schlackenkegel werden während einer begrenzten Eruptionsphase aufgebaut. Anschließend kann die Austrittsöffnung über lange Zeit inaktiv bleiben. Regen, Wind, Frost und Hangrutschungen tragen die lockeren Ablagerungen langsam ab. Ältere Schlackenkegel können deshalb flacher werden und ihren ursprünglichen Krater teilweise verlieren.

Dass ein einzelner Kegel nicht erneut ausbricht, bedeutet allerdings nicht, dass das gesamte Vulkanfeld erloschen ist. Spätere Eruptionen können an anderen Stellen neue Schlackenkegel bilden.

Schlackenkegel und ähnliche Vulkanformen im Vergleich

Nicht jeder kleine Vulkan mit einem Krater ist ein Schlackenkegel. Entscheidend sind vor allem das abgelagerte Material und die Prozesse, durch die es ausgeworfen wurde. Besonders häufig werden Schlackenkegel mit Schweißschlackenkegeln, Aschenkegeln, Tuffkegeln und Tuffringen verwechselt.

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Klassische Schlackenkegel

Ein klassischer Schlackenkegel besteht überwiegend aus locker abgelagerten, blasigen Lavafragmenten. Wiederholte Auswürfe bauen einen steilen Kegel um den Schlot auf. Sein Gipfelkrater bleibt häufig gut erkennbar.

Schweißschlacken- und Spatterkegel

Bei einem Schweißschlackenkegel treffen manche Lavafetzen so heiß auf den Boden, dass sie noch verformbar sind und miteinander verschweißen. Besonders stark verschweißte Ansammlungen solcher Lavafetzen können als Spatterkegel bezeichnet werden. Die Übergänge zwischen lockerem Schlackenkegel und verschweißten Auswurfablagerungen können fließend sein.

Aschenkegel: Nicht immer ein eindeutiger Begriff

Der Begriff Aschenkegel wird im allgemeinen Sprachgebrauch teilweise als Bezeichnung für einen Schlackenkegel verwendet. Geologisch ist das ungenau, denn Asche bezeichnet nur Partikel mit weniger als 2 Millimetern Durchmesser. Schlackenkegel bestehen dagegen meist zu großen Teilen aus gröberen Fragmenten. Bei der Beschreibung einer Vulkanform sollte daher möglichst das tatsächlich abgelagerte Material genannt werden.

Tuffkegel und Tuffringe: Wenn Magma auf Wasser trifft

Tuffkegel und Tuffringe gehören zu den verwandten, aber eigenständigen vulkanischen Bauformen. Sie entstehen häufig durch phreatomagmatische Eruptionen: Magma kommt mit Wasser in Kontakt, wodurch die Schmelze stark fragmentiert werden kann. Die feinen Auswurfprodukte lagern sich in Schichten ab und können später zu Tuff verfestigt werden.

Tuffringe sind im Verhältnis zu ihrem Durchmesser meist relativ niedrig und besitzen breite Krater. Tuffkegel sind oft steiler und höher aufgebaut. Die genaue Form hängt von Eruptionsbedingungen und Ablagerungsprozessen ab.

Tuffringe und hydrovulkanische Kegel als verwandte Vulkanformen

Bekannte Beispiele solcher wasserbeeinflussten Vulkanformen sind der Hverfjall am Mývatn auf Island, der als Tuffring eingeordnet wird, und Diamond Head auf Oʻahu, ein Tuffkegel. Beide sollten nicht mit klassischen Schlackenkegeln gleichgesetzt werden.

Vulkanform Wichtigstes Material Typische Entstehung
Schlackenkegel Vor allem poröse Schlacken und Lapilli Auswurf von Lavafragmenten, häufig strombolianisch
Spatter- oder Schweißschlackenkegel Heiße, teilweise verschweißte Lavafetzen Nahe dem Schlot abgelagerter, noch verformbarer Auswurf
Tuffkegel Feinkörnige pyroklastische Ablagerungen Häufig explosive Wechselwirkung zwischen Magma und Wasser
Tuffring Vor allem feine pyroklastische Ablagerungen Häufig phreatomagmatische Explosionen, oft mit breitem Krater

Wo kommen Schlackenkegel vor?

Schlackenkegel treten häufig in Vulkanfeldern auf, in denen über längere Zeiträume an wechselnden Orten Eruptionen stattfinden. Sie können aber auch an den Flanken großer Schild- oder Schichtvulkane entstehen. Bekannte Gebiete mit zahlreichen Schlackenkegeln liegen unter anderem in Mexiko, im Südwesten der USA und in vulkanisch geprägten Teilen Europas.

Mehr Tipp zum Lesen:  Was sind Zentralvulkane?

Der Parícutin gehört zum Vulkanfeld Michoacán-Guanajuato in Mexiko. Dort existieren zahlreiche kleinere vulkanische Zentren, deren räumliche Verteilung zeigt, dass Vulkanismus nicht immer nur an einem einzigen großen Zentralvulkan stattfindet.

Sind Schlackenkegel gefährlich?

Auch relativ kleine Schlackenkegel können bei einer Eruption erhebliche Gefahren verursachen. Dazu zählen herabfallende Bomben und Lapilli, Ascheniederschlag, vulkanische Gase sowie Lavaflüsse. Die Gefährdung hängt von der Stärke des Ausbruchs, dem Abstand zum Schlot, der Windrichtung und der Lage von Siedlungen oder Verkehrswegen ab.

Ein vermeintlich kleiner Vulkan ist deshalb nicht automatisch harmlos. Besonders in Vulkanfeldern muss bei der Gefahrenbewertung berücksichtigt werden, dass neue Austrittsöffnungen auch abseits älterer Kegel entstehen können.

Fazit: Kleine Vulkane mit großer geologischer Aussagekraft

Schlackenkegel entstehen, wenn bei vulkanischen Eruptionen ausgeworfene Lavafragmente rund um einen Schlot niedergehen und sich zu einem steilen Kegel anhäufen. Ihre charakteristische Form, die porösen Schlacken und der häufig ausgeprägte Gipfelkrater machen sie gut erkennbar.

Der Parícutin zeigt, wie schnell ein solcher Vulkan wachsen kann. Gleichzeitig macht der Vergleich mit Tuffkegeln und Tuffringen deutlich, dass ähnlich aussehende Vulkanformen auf sehr unterschiedliche Weise entstehen können. Wer Schlackenkegel versteht, erhält einen anschaulichen Einblick in das Zusammenspiel von Magma, vulkanischen Gasen, Auswurfmaterial und Landschaftsbildung.

Häufig gestellte Fragen zu Schlackenkegeln

Wie hoch ist ein Schlackenkegel?
Viele Schlackenkegel sind etwa 50 bis 200 Meter hoch, einzelne Exemplare erreichen mehr als 400 Meter über ihrer Umgebung.
Wie schnell kann ein Schlackenkegel entstehen?
Ein Schlackenkegel kann innerhalb von Tagen oder Wochen deutlich wachsen. Seine endgültige Form entwickelt sich je nach Dauer und Verlauf der Eruption.
Was ist der Unterschied zwischen Schlackenkegel und Schichtvulkan?
Ein Schlackenkegel besteht überwiegend aus ausgeworfenen Schlackenfragmenten. Ein Schichtvulkan wird meist durch wiederholte Ablagerung verschiedener Laven und pyroklastischer Materialien aufgebaut und ist häufig wesentlich größer.
Kann aus einem Schlackenkegel Lava fließen?
Ja. Neben dem explosiven Auswurf von Schlacken können Lavaflüsse aus dem Krater oder aus Öffnungen an der Flanke austreten.
Sind Tuffringe auch Schlackenkegel?
Nein. Tuffringe entstehen häufig durch die explosive Wechselwirkung von Magma und Wasser und bestehen überwiegend aus feinkörnigen pyroklastischen Ablagerungen.
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  • Beitrags-Kategorie:Vulkanaufbau
  • Beitrag zuletzt geändert am:14. Oktober 2026