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Magma und Lava Unterschied?

Was ist der Unterschied zwischen Magma und Lava? Die Antwort ist einfach: Magma ist geschmolzenes Gestein unterhalb der Erdoberfläche. Sobald es bei einem Vulkanausbruch an die Oberfläche gelangt, heißt es Lava. Dabei handelt es sich nicht grundsätzlich um zwei verschiedene Stoffe, sondern um unterschiedliche Bezeichnungen je nach Aufenthaltsort. Magma und Lava können sowohl dünn- als auch zähflüssig sein.

Während des Aufstiegs verändert sich die Schmelze allerdings: Der Umgebungsdruck sinkt, gelöste Gase können Blasen bilden und entweichen. An der Oberfläche kühlt die Lava ab und erstarrt zu vulkanischem Gestein. Welche Eigenschaften sie besitzt und ob ein Vulkan ruhig oder explosiv ausbricht, hängt von mehreren Faktoren ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Magma bezeichnet Gesteinsschmelze im Erdinneren; sie kann Kristalle und gelöste Gase enthalten.
  • Lava ist Magma, das an die Erdoberfläche beziehungsweise den Meeresboden ausgetreten ist.
  • Die Begriffe unterscheiden sich vor allem durch den Ort, nicht durch eine feste chemische Zusammensetzung oder Viskosität.
  • Siliciumdioxidgehalt, Temperatur, Kristalle und Gase beeinflussen das Fließverhalten und die Art des Vulkanausbruchs.
  • Aus erkaltender Lava entstehen unter anderem Basalt, Andesit oder Rhyolith; aus verfestigten vulkanischen Auswurfprodukten kann Tuff entstehen.

Magma und Lava im direkten Vergleich

Merkmal Magma Lava
Aufenthaltsort Unterhalb der Erdoberfläche An der Erdoberfläche oder am Meeresboden
Material Gesteinsschmelze, häufig mit Kristallen und gelösten Gasen Ausgetretene Gesteinsschmelze, häufig mit Blasen und Kristallen
Druck Je nach Tiefe meist höher Umgebungsdruck deutlich geringer
Gase Teilweise unter Druck in der Schmelze gelöst Können beim Aufstieg und Austritt entweichen; nicht immer vollständig
Fließfähigkeit Abhängig von Zusammensetzung, Temperatur, Kristallen und Gasen Ebenfalls von diesen Faktoren abhängig; nicht generell dünnflüssiger
Erstarrung Kann in der Tiefe magmatische Tiefengesteine bilden Bildet an der Oberfläche vulkanische Gesteine

Merksatz: Unter der Erde Magma, an der Oberfläche Lava. Der Übergang erfolgt beim Austritt – nicht erst, wenn die Schmelze abkühlt.

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Wie entsteht Magma im Erdinneren?

Das Erdinnere ist heiß, doch der Erdmantel besteht größtenteils aus festem Gestein. Magma entsteht dort, wo Gesteine teilweise aufschmelzen. Dabei spielen Temperatur, Druck und die Anwesenheit flüchtiger Bestandteile wie Wasser eine wichtige Rolle.

Drei wichtige Wege zur Magmabildung

  • Druckentlastung: Steigt heißes Mantelgestein auf, nimmt der Druck ab. Dadurch kann es teilweise schmelzen, etwa an mittelozeanischen Rücken oder über Hotspots.
  • Zufuhr von Wasser: An Subduktionszonen werden wasserhaltige Stoffe in die Tiefe transportiert. Wasser senkt die Schmelztemperatur des Mantelgesteins und begünstigt Magmenbildung.
  • Zusätzliche Erwärmung: Heißes aufsteigendes Magma kann umliegendes Krustengestein erwärmen und teilweise aufschmelzen.

Magma kann in unterschiedlichen Tiefen in Reservoiren gespeichert werden, durch Spalten aufsteigen und dabei seine Zusammensetzung verändern. Nicht jede Schmelze erreicht die Oberfläche: Ein Teil erstarrt bereits im Untergrund und bildet beispielsweise Gabbro oder Granit.

Wie wird aus Magma Lava?

Wenn Magma durch einen Vulkanschlot oder eine Spalte austritt, spricht man von Lava. Der sinkende Druck ermöglicht es gelösten Gasen – insbesondere Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefelverbindungen –, Blasen zu bilden und zu entweichen. Wie stark dieser Prozess abläuft, hängt von der Schmelze und den Bedingungen beim Aufstieg ab.

Die Lava kann als Strom über Hänge fließen, in kurzen Fontänen ausgeworfen werden oder sich bei hoher Zähigkeit in der Nähe des Schlots zu einem Lavadom aufstauen. Trifft Lava auf Wasser, kann sie rasch abkühlen; unter Wasser entstehen bei geeigneten Bedingungen charakteristische Kissenlaven.

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Warum ist manche Lava dünnflüssig und andere zäh?

Die Viskosität beschreibt den Widerstand einer Schmelze gegen das Fließen. Sie ist kein allgemeines Unterscheidungsmerkmal zwischen Magma und Lava. Basaltische Lava kann relativ leicht fließen, während siliciumdioxidreiche rhyolithische Lava sehr zäh ist.

Zusammensetzung, Temperatur und Kristalle

Besonders wichtig ist der Gehalt an Siliciumdioxid (SiO2). Siliciumdioxidreiche Schmelzen bilden stärker vernetzte Strukturen und sind unter vergleichbaren Bedingungen meist zähflüssiger. Höhere Temperaturen erleichtern dagegen gewöhnlich das Fließen. Auch der Anteil fester Kristalle kann die Beweglichkeit der Schmelze stark beeinflussen.

Magmatyp Typisches Fließverhalten Häufige vulkanische Erscheinung
Basaltisch (relativ SiO2-arm) Oft vergleichsweise dünnflüssig Lavaströme und Lavafontänen, etwa am Kīlauea
Andesitisch Häufig mittlere bis hohe Viskosität Zähere Lavaströme, teils explosive Ausbrüche
Rhyolithisch (SiO2-reich) Oft sehr zähflüssig Lavadome, gelegentlich stark explosive Eruptionen
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Welche Rolle spielen die Gase?

Im Magma sind unter hohem Druck häufig Gase gelöst. Beim Aufstieg bilden sich Gasblasen. Können die Gase leicht entweichen, kann Magma vergleichsweise ruhig austreten. Bleiben sie eingeschlossen und baut sich hoher Druck auf, kann es zu explosionsartigen Eruptionen kommen. Auch der Kontakt von Magma mit Wasser kann Explosionen auslösen. Deshalb lässt sich der Eruptionsstil nicht allein aus der Viskosität ableiten.

Darstellung unterschiedlicher Fließeigenschaften von Magma und Lava

Welche Arten von Vulkanausbrüchen gibt es?

Effusive Eruption: Lava fließt aus dem Vulkan

Bei effusiven Eruptionen tritt Magma überwiegend als Lava aus und bildet Lavaströme oder Lavadome. An Vulkanen wie dem Kīlauea auf Hawaii entstehen häufig basaltische Lavaströme. Auch solche Ausbrüche sind gefährlich: Lavaströme können Straßen und Gebäude zerstören, vulkanische Gase belasten die Luft.

Explosive Eruption: Magma wird zerrissen

Bei explosiven Eruptionen wird Magma durch sich ausdehnende Gase in Bruchstücke zerrissen. Dabei entstehen Asche, Lapilli und größere vulkanische Auswurfprodukte, zusammen als Tephra bezeichnet. Heiße Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten können als pyroklastische Ströme talwärts rasen. Der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. und der Mount St. Helens im Jahr 1980 sind bekannte Beispiele für gefährliche explosive Eruptionen.

Ein Vulkan ist nicht auf einen einzigen Eruptionstyp festgelegt. Auch basaltische Schmelzen können explosiv eruptieren, während selbst sehr zähflüssige Schmelzen manchmal Lavaströme bilden.

Welche Gesteine entstehen aus Magma und Lava?

Beim Abkühlen kristallisiert die Gesteinsschmelze. Wie schnell sie erstarrt und welche chemische Zusammensetzung sie besitzt, bestimmt wesentlich das spätere Gestein. Magma kann unterirdisch erstarren, Lava an der Oberfläche. Explosiv ausgeworfenes Material bildet zusätzlich pyroklastische Ablagerungen.

Gestein Entstehung Typische Eigenschaft
Basalt Erstarrung basaltischer Lava, oft an der Oberfläche oder unter Wasser Meist dunkel, feinkörnig
Obsidian Sehr schnelle Abkühlung geeigneter Lava mit geringer Kristallbildung Vulkanisches Glas
Bimsstein Rasche Erstarrung gasblasenreicher, aufgeschäumter Schmelze bei Eruptionen Stark porös, häufig sehr leicht
Tuff Verfestigung vulkanischer Asche und anderer pyroklastischer Partikel Aus Bruchstücken aufgebaut, kein gewöhnlich erstarrter Lavastrom
Granit Langsame Erstarrung geeigneten Magmas in der Tiefe Gut erkennbare Mineralkristalle

Beispiele vulkanischer Gesteinsbildung durch Erstarrung und Ablagerung

Beispiele aus der Vulkanwelt: Kīlauea, Stromboli und Vesuv

Am Kīlauea in Hawaii lässt sich häufig beobachten, wie relativ dünnflüssige basaltische Lava aus Spalten oder Schloten austritt. Am Stromboli im Mittelmeer treten wiederkehrende kleinere Explosionen auf, bei denen Gasblasen eruptierendes Magma mitreißen. Der Vesuv bei Neapel zeigt, dass ein vulkanisches System auch nach langer Ruhe gefährlich bleiben kann: Seine historische Eruption von 79 n. Chr. förderte große Mengen Asche und anderes pyroklastisches Material.

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Diese Beispiele zeigen: Entscheidend ist nicht nur, ob Material bereits Lava heißt. Seine Zusammensetzung, der Gasgehalt und die Bedingungen des Aufstiegs bestimmen, wie der Vulkan ausbricht.

Häufige Fragen zum Unterschied zwischen Lava und Magma

Ist Lava heißer als Magma?

Nein. Lava ist nicht grundsätzlich heißer. Beide können je nach Zusammensetzung sehr unterschiedliche Temperaturen aufweisen. Beim Austritt und anschließenden Fließen verliert Lava Wärme an ihre Umgebung.

Ist Lava immer flüssig?

Frisch austretende Lava enthält eine Gesteinsschmelze, kann aber auch Kristalle, Blasen und bereits erstarrte Bestandteile enthalten. Beim Abkühlen bildet sich eine feste Kruste und schließlich Gestein.

Wie heiß sind Magma und Lava?

Typische Temperaturen vieler eruptierender Silikatschmelzen liegen grob zwischen etwa 700 und 1.200 °C, abhängig von ihrer Zusammensetzung. Basaltische Lava ist meist heißer als rhyolithische Lava.

Kann Magma zu Gestein werden, ohne jemals Lava zu sein?

Ja. Wenn Magma unter der Erdoberfläche abkühlt und kristallisiert, entstehen magmatische Tiefen- oder Ganggesteine. Es muss dafür nicht ausbrechen.

Warum explodiert Magma manchmal?

Beim Aufstieg sinkt der Druck und Gasblasen können entstehen und sich ausdehnen. Wird die Schmelze dadurch stark fragmentiert, kann es zu einer explosiven Eruption kommen. Zusätzlich kann der Kontakt mit Wasser explosionsartige Prozesse verursachen.

Fazit: Der Unterschied zwischen Magma und Lava ist vor allem der Ort

Magma befindet sich unter der Erdoberfläche, Lava ist ausgetretenes Magma. Die verbreitete Annahme, Lava sei automatisch dünnflüssiger oder chemisch grundsätzlich anders zusammengesetzt, ist falsch. Zwar können beim Aufstieg und Austritt Gase entweichen und sich Temperatur, Kristallgehalt und Fließverhalten verändern – das geschieht jedoch nicht immer auf dieselbe Weise.

Wer Vulkanausbrüche verstehen möchte, muss deshalb nicht nur zwischen Magma und Lava unterscheiden, sondern auch ihre Zusammensetzung, ihren Gasgehalt und die Bedingungen des Aufstiegs berücksichtigen. Sie erklären, warum manche Vulkane Lavaströme fördern und andere große Mengen Asche und pyroklastisches Material ausstoßen.

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  • Beitrags-Kategorie:Vulkanprodukte
  • Beitrag zuletzt geändert am:14. Oktober 2026